Dienstag, 12. Juli 2016

New video / neues Video

english below!

Hier kommt der link zu meinem zweiten Video zum Thema, in dem ich dieses Mal vier "Typen" vorstelle, die im Kapitalismus vorkommen - wieder in Orientierung an Gedanken von Max Scheler, der eine ähnliche Typologie vor gut 100 Jahren formuliert hat. 
Dabei geht es wieder darum, bestimmte Tendenzen des Kapitalismus deutlich zu machen, um in der Lage zu sein, Gegentendenzen zu finden und für das Leben des Künstlers im Kapitalismus, der oder die sich der kapitalistischen Logik nicht ungeschützt aussetzen will, nutzbar zu machen.
Wenn man aus der kapitalistischen Logik (partiell?) ausgestiegen ist, ist es aber auch möglich, die Energien der dominanten kapitalistischen "Typen" für sich einzusetzen.

Ich freue mich auf Kommentare.


Here comes the link for my second video to our subject in which I this time present four "types" that occur in capitalism - again in orientation to thoughts of Max Scheler, who has formulated a similar typology 100 years ago.

It is again about pointing out certain tendencies of capitalism clearly to be able to find counter-tendencies and to make them "usable" for the artist's life in capitalism who does not want to be exposed unprotected to the capitalist logic. And if you step out of the logic of capitalism (at least partial) there is also the chance to use the energies of the dominant capitalist "types"..


 

I look forward to comments.


https://vimeo.com/174408761

Samstag, 9. Juli 2016

Künstler als Gegenentwurf/ the artist as counter figure


english below

Von den drei Gegenfiguren, die sich im Kapitalismus gehalten haben, dem religiösen Menschen, dem Naturmenschen und dem Künstler  (Hartmut Rosa) ist nur der dritte willens und in der Lage, innerhalb der Gesellschaft in der er lebt, einen Gegenentwurf darzustellen und damit ERfolg zu haben. Der Religiöse und der Naturmensch entziehen sich der Welt, in die sie geworfen sind und versuchen, in den Nischen, die Glaube und „Natur“ ihnen zur Verfügung stellen, sich selbst treu zu bleiben. (Der religiöse Mensch kann zwar in diese Welt versuchen einzugreifen, aber aus seinem Selbstverständnis heraus bleibt er auf Distanz zu ihr. Er sucht in gewisser Weise keinen Erfolg in der Welt.)

Der Künstler hat zwar theoretisch ebenfalls diese Option, aber im Grunde gehören zur Kunst Welt und  Mensch: die Welt als Material und Resonanzboden für das eigene Schaffen und die Menschen als zumindest sekundäre Adressaten, die sich von der Kunst ansprechen lassen können.

Hier liegt übrigens auch eine mögliche Antwort auf die Frage des Philosophen Ch. Taylor, wieso gerade der Künstler in der Spätmoderne eine so bedeutsame Figur geworden ist, wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. In der Kunst und nur dort scheint sich ein Weg zu zeigen, bei sich zu bleiben statt den Zwängen des Kapitalismus ausgesetzt zu sein, und zugleich in der Welt wahrgenommen werden zu können und auch in einem der kapitalistischen Logik folgenden Sinn erfolgreich zu sein.

Auf einer symbolischen Ebene mag dies zutreffen, aber real stellt sich den Kunstschaffenden dauernd die Frage, wie es denn gelingen soll, innerhalb dieser Welt mit ihrer kapitalistischen Struktur, bei sich zu bleiben und den eigenen Fragen konsequent zu folgen. Die Sehnsucht nach Rückzug, der Nonnen und Mönchen oder etwa einem Schafzüchter zu gelingen scheint, ist da nur allzu verständlich.

Of the three counter-figures in capitalism: the religious man, the natural man and the artist (Hartmut Rosa), only the third is willing and able, to present a counter-proposal inside the society in which he or she lives. The Religious and the man of nature escape the world and try to be faithful with themselves inside the niches that  faith and "Nature" seem to provide.
(The religios man might be able to act inside the world but from his selfimage he will stay in distance to the world. He or she does in some way not look for success in the world.) 
Although the artist has also theoretically this option,  art needs world and man: the world as material and resonance  for his own work and the people as at least secondary addressees that can be provoked or inspired by the art.Here, incidentally, is also a possible answer to the question of the philosopher Ch. Taylor, why  the artist in the late modernity has become such an important figure, more important as ever before in human history. Art and only art seems to show a way to stay with oneself and ones questions instead of being hold by the constraints of capitalism, and even having the chance to be successful with it in the world. On a symbolic level, this may be true, but in reality the artists face constantly the question of how to succeed within this world with its capitalist structure, to stay with oneself and to follow ones own questions consistently. The desire for retreat, as monks and nuns or a sheep farmer seems to have found, is too understandable. 

Montag, 4. Juli 2016

colloquium in September

This is the announcement for our colloquium in September about being artist in capitalism. This information is only in german but we will do the event in english as well if there are guests who don´t speak german. Looking forward to meet you then in Köln!?